Möchte nicht stören

Kommt die Nacht
Will ich in deiner Nähe liegen
Möchte dich nicht stören
Nur mich in deinem Atem wiegen

Kommt der Morgen
Möchte ich mit dir erwachen
Will dich nicht stören
Nur Feuer in dir entfachen

Kommt der Frühling
Will ich mit dir über Wiesen gehen
Möchte dich nicht stören
Nur in deine klaren Augen sehen

Kommt der Sommer
Will ich mit Dir in den Himmel schweben
Möchte dich nicht stören
Möcht nur mit dir in den Wolken leben

Kommt der Herbst
Will ich mit dir die Früchte pflücken
Möchte dich nicht stören
Nur mit dir ein wenig entrücken

Kommt der Winter
Und es will dein Herz erkalten
Möcht’ ich dich nicht stören
Nur in meinen Armen halten
© Helga Sievert-Rathjens


Eiszeit

Wenn Bäume durch die Wälder schleichen
und Berge in die Täler weichen
die Kälte will mich wieder wärmen
dann beginnt mein Geist fort zu schwärmen

Die Rosen nun gefrieren zu Eis
denn schwarzer Tod umschleichet mich leis'
nur dunkle Nacht umklammert mich sacht
ich wünschte, du hättest Licht gebracht

doch erstarrt stehst du, grausam du schaust
ich fühle, dass es dich vor mir graust
©Helga Sievert-Rathjens

Tomatenrausch

Im Kübel wollt‘ ich in diesem Jahr
Tomaten hochziehen – wunderbar.
Im März schon pflanzte ich die Samen
Die prächtig und auch prima kamen.

Doch brauchen sie – das ist von Übel –
Schon sehr bald‚ einen großen Kübel
Gern tat ich ihnen den Gefallen
Denn sie entwickeln große Ballen

Nun wartete ich auf viel Sonne,
Doch füllte sich die Regentonne
Man soll sehr viel mit ihnen reden
Doch hilft das nicht bei Dauerregen

Ich träumte von Tomatensuppe
Der Sonne war das ziemlich schnuppe
Mit Petersilie, der krausen
Wollte ich sie gern mal verschmausen

Doch nur der Regen sehr heftig fällt
Macht so ziemlich naß und kalt die Welt
Und kann ich auch noch so sehr gieren
Tomaten wachsen nicht beim frieren

Dann wurd' es endlich sehr warm und heiß
Ich sollt' erhalten endlich den Preis
Die Tomaten wuchsen kugelrund
Mir lief zusamm' das Wasser im Mund

Doch ach und weh groß war meine Not
Die Dinger wurden einfach nicht rot
Man müßt' sie irgendwie anfeuern
Tomatenflüsterer anheuern?

Ich sprach lieb ein, auf jede Tomate
Zu erhöh'n ihre Wachstumsrate
Und stellt mir vor so einige Pfund
Die ich genüßlich schob in den Schlund

Kochte im Geiste schon – das macht stark –
Circa 12 Gläser Tomatenmark
Und für Nudeln die Bolognaise
Denn ich leb‘ nicht gern in Askese

Dann rief ich: ich will Dich vernaschen!!!
Ein Ruck ging durch Blätter, die laschen
Dann ist sie errötet in der Nacht
Ich sag Euch: das hätt‘ ich nicht gedacht
© Helga Sievert-Rathjens


Heften

Beim heften von Heften
Tu ich mich oft schwer
Schlag mich rum mit Resten
Der Hefter ist leer

Ich fang an zu grummeln
Nun fliegt‘s mir um die Ohren
Kann noch soviel fummeln
Vielleicht sollt ich bohren?

Jetzt fängt’s an zu kneifen
Ich kriege die Wut
Ein Stich läßt mich keifen
Denn rot fließt das Blut

Nach mehreren Pflastern
Einer Rolle Verband
Und vielen Ausrastern
Liegt er gefüllt in der Hand

Und die Moral von er Geschicht?
Schau vorher nach sonst ärgerts dich
©Helga Sievert-Rathjens

 

Der Mann am Klavier


Ich sah dich da, EINS mit dem Klavier, sitzen
den leisen Klängen zugeneigt
hast dich dem Instrument geweiht
So tief gebeugt, das Ohr fast auf den Tasten,
horchtest die Melodie aus dem Kasten
Die Musik fühlend mit den Fingerspitzen.

Lauschtest, ertastend was sich da aufgestaut
erfühltest was da wollte raus.
Für meine Ohren war's ein Schmaus
Ich sah‘s an deinem Gesicht
Das du voller Zuversicht
wußtest, welch Melodie sich dir anvertraut.

Du schienst ein sich‘res Gefühl zu besitzen
war ich noch dabei zu begreifen
die Hände sich langsam versteiften
weil mein Weg ein viel läng'rer ist
 ich erkenn, es ist keine List
wenn die Finger über die Tasten flitzten

Für mich warst du ein großes Genie und Gott,
ein großer Könner am Klavier.
So brillant klang es nur mit dir
Hast nie auf Effekte gezielt
einfach dich gesetzt und gespielt
ganz locker, lieblich und manchmal auch ganz flott.

Trankst zum Spiel stets ein Glas roten Burgunder
Es schien mir als, du wüßtest länger schon,
dies wurd' geschenkt aus andrer Dimension
Warst nie stolz sie zum klingen gebracht
zeigtest deine Freude ohne Macht
Hast nie spielen gelernt, du großes Wunder
ÓHelga Sievert-Rathjens

 

 Kraxeln gehen

 Es wollt ‚ne Dicke kraxeln geh’n
Vom Berg mal in die Runde seh’n
Für sie war das begehrlich
Doch war der Weg beschwerlich 

Den Aufstieg hat sie gut geschafft
Und fröhlich in das Tal gegafft
War froh, dass sie hier oben sitzt
Obwohl, sie hat doch sehr geschwitzt 

Sie meint, nun ist sie Alpinist
Und setzt sich eine Abstiegsfrist
Aber sie hat keinen Schimmer
Abwärts laufen kann sie nimmer 

Den Rest vom Hang, gar nicht munter
Rutscht auf dem Po sie hinunter
Und unten endlich angekommen
War sie noch lange sehr benommen

 Und die Moral von der Geschicht
als wirklich Dicke mach das nicht

©Helga Sievert-Rathjens

 

Würmchengedicht

In den Apfel rot und saftig
Schlüpfte gierig und ganz hastig
Ein Würmchen rein
Es war sehr klein

Es fand das hier schön und lustig
Denn der Apfel war sehr fruchtig
Schnell fing es an zu fressen
Alles and're hat es vergessen

Im Herbst tobte ein arger Sturm
Gar ängstlich wurd’s dem kleinen Wurm
Vor Angst war es ganz aus dem Häuschen
Sein Herz klopft wie das eines Mäuschen

Wind heulte und brauste
Und kurz darauf sauste
Der Apfel runter, es macht platsch
Das arme Würmchen wurd‘ zu Matsch

So endet dieses Würmchengedicht
Denn noch einen Reim finde ich nicht
© Helga Sievert-Rathjens


 

 Staub

Den ganzen Tag hab ich geputzt
Doch leider hat es nichts genutzt
Denn als ich gegen’s Licht geschaut
Da schimmerte der feine Staub.

Er legt sich in meiner Freizeit
Auf’s Klavier als kleine Weichheit
Ich wedele ihn wieder fort
Doch morgen ist er wieder dort
© Helga Sievert-Rathjens

 

Halbschlaf

Am Abend wurden die Gedanken fließender,
auch vielleicht etwas schleppender.
Nicht mehr so eindringlich,
Überwichtig.
Sie entrückten mehr und mehr,
bis es Zeit war sich ins Bett zu legen.

Dann, da im Bett, fingen die Gedanken an
Zu rollen und zu wogen
Hin und her
Hin und her
Bis aus dem Rollen und Wogen
ein Dahintreiben wurde.
Seltsame Kapriolen entsprangen ihnen.
Klare Einsichten, ebenso wie Verrücktheiten.

Bei jedem dieser voluminösen Gedankenkonzerte
nahm ich mir vor,
die einzelnen Gedanken dieses
Feuerwerkes
am nächsten Morgen aufzuschreiben.

Doch immer wenn ich eingeschlafen war
und meine Züge sich entspannten,
wurden die Gedanken zu Paradiesvögeln mit
wundersamen Flügeln,
und es flogen die Kapriolen
und wichtigen Einsichten
auf seidenen Flügeln davon.

Am nächsten Morgen waren sie längst fort
©Helga Sievert-Rathjens

 

Baumstammweitwurf


Weit hinterm Meer die Schotten
Zum Baumstammweitwurf sich zusammenrotten
Ein alter Mann kam aus der Ferne
Mitzumachen recht gerne

Er schlug sich ganz wacker
Der alte Knacker
Rief, Karamba mir kocht der Blut
Und in den Augen glühte die Glut

Packte fest den Baum am Stamm
Durchlief das Gesamtprogramm
Mit Wackelpeter in den Knien
Die Bandscheiben laut aufschrien

Tatsächlich schaffte der alte Knabe
Den Sieg, und bekam als Gabe
Ne Flasche Nierensteiner Schüttelfrost
Die kam nach Wochen mit der Bundespost
Doch da bekam der Mann schon Krankenkost
©Helga Sievert-Rathjens

An manchen Tagen

An manchen Tagen fällt mir das leben so schwer
Denke, ich hätte keine Träume mehr

Ich trete hinaus auf den Balkon
Ein Federkleid nur und ich flöge davon
 Der Wind hat aufgefrischt schon seit Tagen
Er würde mich aufnehmen und davon tragen
 Ich schaue zum Himmel, erblicke Engelsflügel
Ich erstaune und reiße zurück die Zügel
 Wie kann das sein, so was kann’s nicht geben
Ich schaue, staune, in mir fühle ich‘s beben
 Der Wind verweht sie ganz sacht
Ich schaue zu wie er es macht
 Dann sehe ich weit oben ein Flugzeug reisen
Zieht hinter sich her einen Kondensstreifen
 Neue Engelsflügel macht aus ihnen der Wind
Nun fühle ich mich wieder als Menschenkind
©Helga Sievert-Rathjens

 


Limericks

Taxifahrer I

 

Ein Taxifahrer aus Hamburgs Osten

stand lange am Ohlsdorfer Posten

Er wartet auf Kunden

Und das schon seit Stunden

Das Auto fing schon an zu rosten
©Helga Sievert-Rathjens

 

 

Taxifahrer II

Ein Taxifahrer aus der Hansestadt
hatte das warten endgültig satt
er wollte endlich fahren
und die Kunden kam in Scharen
doch nun waren seine Reifen platt

©Helga Sievert-Rathjens

 

Taxifahrer III

Ein Taxifahrer gerne Rennen fuhr
Er sah das als Vergnügen pur
So fuhr er los wie ein Blitz
Den Kunden fetzt es aus dem Sitz
Der Fahrer aber lachte nur
©Helga Sievert-Rathjens

 

 

Kater Willi I

Auf meinem Kissen da lag ganz stur

Der Kater Willi und schnurrt in Dur

Ich sag: geh weg, Du bist so fett

Ich will allein sein in meinem Bett

Der Kater aber schnarchte nur
©Helga Sievert-Rathjens

 

 

 

Kater Willi II

 

Kater Willi ist ein ganzer Dreister

Im Essen klauen da ist er Meister

Bin sehr auf der Hut

und verstecke es gut

Aber Willi der wird immer feister
©Helga Sievert-Rathjens

 

 

 

Kater Willi III

 

Im Aquarium da schwimmt der Fisch

Kater Willi davor bittet zu Tisch

Er tut ganz harmlos und ach so lieb

Doch im innern denkt der kleine Dieb

Ich putz Euch weg mit einem Wisch

©Helga Sievert-Rathjens

 

 

Kater Willi IV

Harmlos kommt Willi in die Kombüse
dort schmust er mit mir, der Süße
er klaut sich den Fisch
ganz frech weg vom Tisch
doch mir läßt er´s Gemüse

©Helga Sievert-Rathjens

 

 

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http://pfefferloh.de/fliegmitmir5.htm

 

Du Schöner

Auf diesem Weg ging ich wohl 100 mal
Oft, Du Schöner, sah ich Dich
Dein Blick, kalt wie Stahl
Ich fand‘ das sehr bedauerlich

Dein rotes Haar so schön geputzt
Und Dein Bart so stolz und lang
Hast königlich die Zeit genutzt
Zu üben am majestätischen Gang

Sah ich Dich sitzen unter’m Baum
Versucht‘ ich Dich zu verlocken
Du bist so ein wunderschöner Traum
Doch Du schautest nur erschrocken

Ich versuchte gar so manche List
Um Dich anzurühren
hielt auch ein, die Bewerbungsfrist
um Dich zu verführen

Einen Tipp gab mir ‚ne ält‘re Dame
Und wirklich, Du kamst angelaufen
Wußt‘ sie doch aus der Reklame
Kater würden Whiskas kaufen
©Helga Sievert-Rathjens

 


Ein Tag am Hafen

Sonne hat mir ins Gesicht gelacht  
drum bin ich fröhlich aufgewacht
Heut will ich mich nicht bestrafen
fahr mal in den Hamburger Hafen  

Karin hat mich aufgerüttelt
Fähre Anna mich nun ziemlich schüttelt
die Elbe ist heut kabbelich    
und mir wird langsam schwabbelich

Auch naht schon eine Sturmesflut
ansonsten geht´s mir aber gut
die grüne Farbe im Gesicht
bau ich schnell in das Gedicht  

Endlich naht Övelgönne, Neumühlen
seh´ dort Rentner auf vielen Stühlen
woll´n schauen nach ´nem dicken Pott   
mal raus aus´m Alltag, dem ewigen Trott

Alte Männer schauen sehnsüchtig hin
zum Dampf-Eisbrecher mit Namen Stettin
der liegt nun hier im Museumshafen
als schönes Motiv für die Fotografen 

Auch liegt hier manches Segelschiff  
das zu steuern ich selber nie begriff
an einer Rehling hängt ein  Rettungsring
zur Rettung des Seemanns, der unterging   

Finde noch Platz bei einem Rentnerpaar     
er Kapitän auf einem großen Dampfer war
seine Hände liegen gefaltet im Schoß
sie sagt: “das Wasser ließ ihn niemals los“

So genieße ich den Sturm und Wind
freue mich sehr, fast wie ein Kind
die Sonne gebettet auf schönstem Kleide
zwischen Wolken aus Samt und Himmel aus Seide

Silberne Möwen dümpeln dösend auf Wellen
ich würde mich gerne zu ihnen gesellen
um in so einer großen Möwenschar
zu kreischen und fliegen das ganze Jahr  

Doch da kommt mein Fährschiff
die Zeit ist um, eh ich´s begriff
ich bin wieder grün im Gesicht
und fertig ist auch mein Gedicht
©Helga Sievert-Rathjens


 

Hast alles überlebt:

Die Schläge der bösen Frau, die Deine Mutter war,
den Spott der Menschen, weil Du anders warst als sie.
Ich vermisse Deine Courage

Hast alles überlebt:

Den Alkoholismus Deines Vaters,
den Schmerz der Vergewaltigung.
Ich vermisse Deinen Mut

Hast alles überlebt:

Die Ignoranz gegenüber Deinen Begabungen,
den Verrat Deiner Liebe.
Ich vermisse Deine Geduld

Hast alles überlebt:

Die Diskriminierung der Menschen, gegenüber anders Seienden,
Die Ignoranz gegenüber Menschen überhaupt.
Ich vermisse Deine Offenheit

Hast alles überlebt:

Deinen eigene Abhängigkeit,
Deine eigene Angst vor’m Leben.
Ich vermisse Deine Bereitschaft

Hast alles überlebt:

Die Untreue Deines Mannes,
die Lügen Deiner Umwelt.
Ich vermisse Dein Verständnis


Hast alles überlebt:

Dein Zweifeln an Dir selber,
deine Angst davor, selbst ein Arsch zu sein.
Ich vermisse Deine Freiheit

Hast alles überlebt:

Den Verlust von Verstäntnis,
das Nichtverstehen Deines Wesens.
Ich vermisse Deine Geduld

Hast alles überlebt:

Das Sterben Deines Kindes in Dir,
die Herzlosigkeit Deiner Umwelt.
Ich vermisse Deine Kraft

Hast alles überlebt:

Die Depressionen, die Dich beherrschen,
die Trauer, die Dich immer wieder befällt.
Ich vermisse Deine Zuversicht

Hast alles überlebt:

Die verlorene Hoffnung auf Gleichgesinnte,
den Verlust der Hingabe an gleiche Ziele.
Ich vermisse Deine Liebe

Aber:

Eines überlebst Du nicht,

die Hoffnungslosigkeit,

die Einsamkeit,

das Dasein im Nichts.
©Helga Sievert-Rathjens


 

 


  

 

 

 Ein Tag am Meer

In der Nähe von Büsum gingen wir ans Meer

mit unseren Haaren spielte der Wind,

im Sand spielte lachend ein Kind,

doch im Innern fühlte ich mich noch leer.

Weit draußen sah ich einen Kutter,

das Kind rief jetzt nach seiner Mutter,

„schau Mama, dort ist ein Fischer“

er hat einen langen Bart,

und Mama sagt: „der arbeitet hart“.

Der Wind wehte jetzt etwas frischer.

 

Hier möchte ich verweilen bei Kinderlachen,

spazieren am weißen, schönen Nordseestrand,

mit den Füßen im weichen, warmen Sand.

In der Ferne, am Himmel, steigen einige Drachen.

Das Meer entspricht so meiner Art,

auch mit der Nase im Wind auf großer Fahrt.

Die Düfte hier umschmeicheln mich lind,

es riecht nach gebratenem Fisch,

ich fühle mich fröhlich und frisch,

weil wir so glücklich zusammen sind.

 

Ein Tag am Meer, mit den Füßen im Wasser

ist ein sehr schöner Traum,

ganz langsam werd ich auch braun.

Als ich herkam, war ich noch blasser.

Wir schlendern dahin Hand in Hand

uns verbindet ein herzliches Band.

Es versinkt nun langsam die Sonne,

ergießt sich rotglühend ins Meer,

im Innern fühle ich mich nicht mehr leer,

mein Herz ist weit und voller Wonne.
©Helga Sievert-Rathjens

 

 

Uns trennen Welten

 

Du sitzt in Deiner Welt da drüben,

Ich in meiner Welt sitze hier,

Zwischen uns nur der Tisch.

Ich fühlte mich oft sehr kindisch.

Denn ich wünschte: du und ich hieße wir,

Doch mein Herz muss sich fügen.

 

Ich spreche und du hörst mir zu,

Dein Blick voller Verständnis,

Ist da vielleicht auch Liebe?

Und wenn ich meine Angst besiege?

Mein Herz kommt in Bedrängnis,

Pocht schneller und gibt keine Ruh.

 

 Mein Mund trocknet aus,

Mein Herz brennt wie Reisig,

Die Situation kann ich kaum ertragen,

Doch endlich werde ich es sagen.

Ich sehe deinen Blick, er ist eisig,

doch ich bin froh, es ist heraus.

 

Bist Du erschrocken, oder sauer?

was soll es bedeuten dies Verhalten?

Mein Herz wird traurig und schwer.

Doch zurück kann ich nun nicht mehr.

Hätt ich’s lieber für mich behalten?

NEIN!

Ich will nie wieder ums Herz eine Mauer.

 

Verwirrt sitze ich jetzt hier

Mein Herz ist absolut schwer

Nun heißt's wieder Abschiednehmen

Doch nicht vorbei ist mein Sehnen.

Du bist für mich nicht irgendwer.

Doch du und ich heißt niemals wir.
©Helga Sievert-Rathjens

 

 

 

Täuschung

Im Vorübergehen mein Anblick im Spiegel.
In der Erinnerung der Anblick von dir.
Du bist die Gazelle
und ich der Elefant.
Doch im Innern bin ich eine Elfe
und du ein Zwerg, Nähe vermeidend,
Kälte ausströmend und zurückweisend.
©Helga Sievert-Rathjens

 

Gedicht

Für Dich mein Mann

Tage des Sommers ziehen scheidend vorbei,
Herbst, nicht mehr weit, zeigt sein trügerisches Gesicht.
Ich sehne die Tage der Kindheit in goldnem Licht,
die frohe Zeit der Unsterblichkeit herbei.
Doch der Herbst zeigt mir den Tod
mit Flammen aus gold, gelb und rot.
Öffnet schon den hässlichen Schlund und nimmt mir den Liebsten,
entführt ihn mir in die graue Ewigkeit,
hat kein Erbarmen mit ihm und meinem Leid.
Ließ mich hier, gequält und fast in den Tod getrieben.

An der Elbe, der graubraunen Flut,
schrei ich hinaus meine Trauer,
brülle gegen die grauschwarze Mauer.
Find keinen Trost, mich verlässt der Mut.
Wo ist die Himmelsmutter mit ihrem goldenen Schein,
wärmt mich nicht, lässt mich allein.
Die Qual schüttelt mich mit grässlicher Macht,
hab keinen Schneid alleine zu Leben?
fühle des Herzens ängstliches Beben
in dieser einsamen Hamburger Nacht.

Für Dich mein Mann, in Liebe und Gedenken,
erzähle ich heute dieses Lied,
zu sagen, das es behütende Liebe gibt.
Für mich, mein Geliebter, muss ich mein Leben neu lenken.
Will mich auf Neues besinnen,
werde mein Leben wieder beginnen.
Sprachst die letzten Worte zu mir,
konntest nur noch zärtlich, leise flüstern.
Höre sie jetzt als sprächst Du sie gestern,
Geliebte, ich bin immer bei Dir.
©Helga Sievert-Rathjens

 

Ent-Täuschung

Gedankenkarussell schon seit Tagen.
Du machst mich klein, ich kann’s kaum ertragen.
Willst Dich auf meine Kosten gut fühlen,
sag ich nein, sitz ich zwischen den Stühlen.

Gehst nicht respektvoll mit mir um.
Mein Nein zählt nicht, findest es dumm.
Erzählst mir,: das sei Aggression
 bestehst auf Deiner Position.

 Zwingst mich zu handeln nach Deinem Willen,
das ist schlimmer als Krankheitsbazillen!
Bearbeitest mich nun viele Stunden,
Das Ziel, du  willst mich nur bevormunden.

Darf ich denn niemals Nein sagen?
Muss ich das erst  beantragen?
Tu ich’s nicht ist die Reaktion
 verbal die Atomexplosion

Beim schreiben, jetzt endlich, kommt mir die Wut,
und ich  merke auch wie gut mir das tut.
Und endlich geht mir auf ein helles Licht:
Eine gute Freundschaft, nein, ist das nicht.
 
Du willst auf mich Macht ausüben
und spielst mit meinen Gefühlen.
Zuerst war ich noch wie gelähmt,
 hab ich das hier schon erwähnt?

Aber jetzt sag ich laut und deutlich  NEIN!
Und bin auch schon lange nicht mehr so  klein,
Ich habe meinen eigenen Willen,
werd´ Deinen Machthunger nicht mehr stillen

Deine Gefühle respektiere ich,
doch ganz mit dir teilen muss ich sie nicht.
Freundin, wenn Du das nicht verstehst
Ist es mir lieber wenn Du gehst!
© Helga Sievert-Rathjens

 

 

 

 

 

Das klingt wie ein Trecker

Mein Auto ist ein seltsames Ding
war früher schnell wie eine Boing
doch schon seit vier Tagen
kann ich´s kaum wagen
damit herum zu fahr´n
denn ein Geräusch nervt die Nachbarn
einer rief: “mir geht´s auf den Wecker
das klingt ja wie ein Trecker“

Am nächsten Tag ich zu meiner Freundin fuhr,
sie fragte mich: “braucht dein Auto eine Kur?“
Und von gegenüber schrie der Bäcker:
“Ruhe! das klingt ja wie ein Trecker.“

Dann zum Schwager hingeknattert,
vor Angst mein Herz hat geflattert,
der fummelt mal hier, mal an einem Stecker
denn er meint, das klingt wie ein Trecker.

Hin zur Werkstatt schickt er mich nun,
der Meister hört schon, es gibt was zu tun.
Er fragt mich: “fahr´n sie viel über Äcker?“
Weil sie glauben das Auto ist ein Trecker?“

Ich bin nun schon vollständig sauer,
schreie: “ich bin doch kein Bauer!“
Er: “ist der Ölstand geprüft?“
und schon die Haube hochhievt.

Nun sagt er: “das macht keinen Sinn“
und grummelt: “das ist ja gediegen,
also am Öl kanns nicht liegen
denn es ist gar keins drinn.“
©Helga Sievert-Rathjens
 

 
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