manchmal
da liegt zwischen gestern und heut
wieder die nachtschwarze kluft-
die ruft

manchmal,
da weiß ich dass ich heute bin
ärmer als ein tropfen im wind-
verschwind

manchmal,
da möchte ich berge erklimmen
berge die mir viel zu steil –
zum teil

manchmal,
da lieb ich das ja und das nein
mehr als ein jammernd vielleicht-
ob ‚s reicht

manchmal,
mag schwarz ich lieber als weiß
sinnvoll vermischen –
wer’s weiß

manchmal,
da atme ich stille die schreit-
dem vogel zu lauschen
wär zeit

manchmal ,
da weiß ich dass ein manchmal mir schenkt
etwas gutes an meiner zeit-
bin bereit
&ie


E
ingehüllt


dein blick erwach - ich wähnte schlafend dich -
scheint weit zu reichen wie ich seh
zu schlitzen ist geformt dein augenlicht
verschlossen noch der mund oh weh

komm öffne dich raunt leise ich ihm zu
geheimnisvolles tu mir kund
ein schwacher laut von ihm erklang im nu
und zu mir sprach der alte mund:

„einst sah ich frohe und gefüllte tage
auch waren arme voller kraft
die mir gereicht der ernte frischer gabe
und manche maid hier hat gelacht

es ruhten still von sonnen reich beschienen
in meinem raume stroh und heu
ich konnt mit vielen unterschlüpfen dienen
nur heut nicht mehr da es vorbei
 ©&ie

 Zwischen Traum und Wirklichkeit

Kühler Wind weht durch das Fenster
atmet aus mit leisem Laut
in den Ecken die Gespenster
lauern auf den Nachtverlauf

Schemenhaft den Raum durchflutet
Mondes Licht auf seiner Bahn
und es pocht der Puls und blutet
tropfend aus des Menschen Wahn.

Angstvoll sitzt er in der Ecke
hört pulsierend das Duett
wie sein Herz mit Angst und Schrecken
ein Duell ficht auf dem Bett

Auf der Lauer liegen Fragen
wer im Kampf der Sieger wird
die Gedanken jagend klagen
und ein Nerv die Klinge zieht

Im Gehörgang rauschen Wogen
kalter Schweiß weicht Poren auf
rote Farben wirbelnd toben
Atemstoß im Dauerlauf

Schwach wird Mondes Augenlicht
bleich vergeht der Sterne Spur

Zart nun durch die Wolken bricht
neuer Tag er singt C Dur
©&ie


Frühling

 In dem Garten meiner Träume
weht ein buntes Seidenband

Blüten hängen über Zäune
reichen ihre Blätterhand

Tropfen auf den Grasgesichtern
schimmern Regenbogen fein

emsig weben an den Nestern
Vogelpaar und Spinnenbein

Frühling ruft es aus den Zweigen
Frühling bringt den Veilchenduft

Frühling wachte auf aus Schweigen
Frühling ist’s der Garten ruft
&ie

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Schönheit - nicht immer im Auge des Betrachters
von Stefanie Dietz

Hast Du schon mal den Himmel gesehen
wenn tausend und tausend Sterne stehen
und Dir gewünscht hinaufzufliegen
um endlos durch das All zu schweben?
Und hat der Mond in voller Pracht
Dir jemals heimlich zugelacht?

Die Straße aus der Stadt hinaus
sieht sie nicht majestätisch aus
wie sie sich schlängelnd vorwärts windet
und dann am Horizont verschwindet?
Jedoch noch vorher ganz verschmitzt
die schlafengehende Sonne küsst?
Die roter als rot alles überstrahlt
den Himmel in schönsten Farben malt.

Oder die See, so unendlich und weit,
hält immer nen Tropfen voll Sehnsucht bereit.
Den lässt sie in Deinem Herzen nieder,
wer sie einmal besucht, der kommt immer wieder.
Denn man fühlt, daß am Ende der Welt jemand steht,
mit nem Tropfen im Herzen dem es auch so geht.

Ebenso schön ist ein Sommerregen,
oder Schneeflocken, die am Fenster kleben
Ein Spinnengewebe mit Tau benetzt,
ein mächtiges Schiff, das die Segel gesetzt.
Auch ein stürmischer Wind hat viel zu berichten,
erzählt, wenn Du hinhörst, die schönsten Geschichten.

Es gibt soviel schönes tagtäglich zu sehen,
doch meinst Du, Du könntest davon nichts verstehen.
Drum sag ich Du mußt nur die Augen schließen,
diese Schönheit, die kann nur Dein Herz genießen!


Die letzten ihrer Art
von Stefanie Dietz

Wilde Mustangs ziehen wieder
durch die Weiten der Prärie
Alte längst vergess´ne Lieder
lassen sich im Herzen nieder,
tönen laut und klar wie nie.

Durch die Canyons Echos klingen
von den Hufen stolzer Pferde,
die den Ruf von Freiheit bringen
gleitend, wie auf Adlerschwingen,
über ausgedörrte Erde.

Lauft ihr Mustangs ohne Zügel,
ohne Sattel, ohne Zaum.
Ohne Peitsche, ohne Bügel,
über Ebenen und Hügel,
träumet euren schönsten Traum.

Gerne würd´ ich mit euch reiten
durch den Wind auf weiten Bahnen.
Nur mein Herz wird euch begleiten
zu den saftig grünen Weiden,
zu den Wassern eurer Ahnen.

Und ich spür ein Sandkorn reiben,
fühl ich dieser Freiheit Glück.
Seh den Hengst die Herde treiben,
ungebrochen soll er bleiben,
lauf, mein Pferd, blick nie zurück
!

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Der alte Weidenmann
von Stefanie Dietz

An klaren, kühlen Wassern stand
ein alter Weidenmann.
Gar trostlos, wie ich erstmal fand,
mit Trauerbändern dran.

Die Zweige weit und bodennah
um seinen Stamm gelegt.
Die Äste hängend, die ich sah,
das Blattwerk unbewegt.

Ich fragte:"Alter Weidenmann,
warum bist Du betrübt?"
Da lachte er mich freundlich an
und gluckste hell und lieb:

"Nicht traurig bin ich, nur galant,
ich halte mich bedeckt.
Damit nicht jeder Narr im Land
mein Innerstes entdeckt.

So mancher Griesgram weiterzieht
der oberflächlich schaut.
Weil ich mich nicht für ihn verbieg,
sieht er nur meine Haut.

In meinem Schatten ist es kühl
im Sommersonnenheiß,
ein Wandersmann mit Herzgefühl
um diesen Vorteil weis.

Bei Regenwetter spende ich
dem Mensch, den Tieren, Schutz.
Leg meine Zweige sanft um Dich,
ganz ohne Eigennutz.

Oft lehnt an meinem dicken Stamm
auf einem trocknen Platz,
so mancher Jüngling glücklich an,
im Arm sein holder Schatz.

Doch willst Du dieses Plätzchen sehn,
mußt Du Dich überwinden,
darfst nicht nach Äußerlichem gehn,
mein Innerstes zu finden."

So lernte ich zu meinem Glück
vom alten Weidenmann,
wie schön doch so ein zweiter Blick
ins Innere sein kann!

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Die alte Bank

Die alte Bank, recht morsch und verwittert
trägt tapfer mich, die reich an Jahren
die viel im Leben hat erfahren
und dennoch, nicht verbittert-

zurückblickt einen langen Weg
hab stets mein Leben stolz gelebt!

Und wenn die letzte Glocke läutet
schlaf´ ich mit einem Lächeln ein
und auch die Bank wird nicht mehr sein,
was sie für mich dereinst bedeutet!
Copyright Stefanie Dietz

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Im Tränenmeer
von Lizzy Tewordt

Mit meinen beiden Händen tauch ich
ganz tief hinein ins Tränenmeer.
Für meine Traurigkeit, da brauch ich
im Grunde noch vier Hände mehr.

Ich schöpfe reichlich, leide leise,
die Seele schmerzt, man sieht es nicht.
Betäube mich auf meine Weise,
mein Herz es reagiert- es sticht.

Nur aufwärts kann es jetzt noch gehen.
Folgt nicht auf Regen Sonnenschein?
Die Traurigkeit, sie wird verwehen,
ermattet schlaf ich langsam ein.

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Die Flut
von Lizzy Tewordt
Das Wattenmeer liegt kühl und still,
das Wasser ist verschwunden.
Die Ebbe hat es eingesaugt
vor wenigen Sekunden.

Das Relief im Boden dort
entlockt ein leises Raunen:
was die Natur für Formen birgt,
läßt den Betrachter staunen.

Die Muscheln und das Krebsgetier
sind nicht mit fortgetrieben-
genauso wie der Seetang sind
sie hier am Strand geblieben.


Doch bald schon kommt die nächste Flut,
die wird sie dann umarmen.
Verschlingt, was ihr im Wege ist,
da kennt sie kein Erbarmen.

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Nanu?
von Lizzy Teword

Ich lieg entspannt auf der Matratze,
fühl mich sehr wohl, dreh mich leicht um;
da seh ich einen Herrn mit Glatze
links neben mir, ich schau recht dumm.

" Entschuldigung ", hör ich mich sagen ,
leicht arrogant und nicht sehr nett.
" Wie kommen Sie , ohne zu fragen
denn bitte in dies Ehebett "?

Um meine Wut zu unterstreichen
schau ich ihn auch noch giftig an.
Damit will ich ja nur erreichen
daß er verschwindet, dieser Mann.

" Wie darf ich das denn jetzt verstehen?"
fragt er und sieht beleidigt aus.
Na gut, denk ich, ich werd mal gehen ,
steh auf, verlaß das Möbelhaus.
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Geborgtes Glück
von Lizzy Tewordt
Das Schiff, es lag im alten Hafen,
es tanzte leicht im Wellenspiel.
Die ganze Stadt schien noch verschlafen
und dämmrig war`s - man sah nicht viel.

Mit leichtem Kleid und barfuß stand sie
minutenlang verträumt an Deck.
Hier war das Paradies, so fand sie
doch hatte alles keinen Zweck.

Die letzte Nacht war für die Beiden
verboten-nur geborgtes Glück.
Sie wußte, sie würd schrecklich leiden:
er ging zu seiner Frau zurück



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besucher

es klopfte.
sie schaute aus dem fenster
und fragte wer da sei.

“ich bin es, die hoffnung...
wollte dir einen schönen tag wünschen
und einen kaffee mit dir trinken”

“ach weisst du”
antwortete sie...
“eigentlich hab ich gar keine zeit
und die wohnung ist auch nicht aufgeräumt...”

die hoffnung verabschiedete sich höflich und ging davon.
traurig und zweifelnd schaute sie ihr hinterher.

ein lautes rufen erscholl vor dem haus.
“hey – hier ist die wut!
mach auf!
hab durst und hunger”

doch sie fürchtete sich,
ob der grobheit-
und versteckte sich.

hartnäckig brüllte und tobte die wut weiter-
bis sie aufgab und heim ging.

leise öffnete die einsamkeit die tür .
nahm zärtlich ihre hand.
hielt sie ganz fest.

“ich bin bei dir”
sprach sie

und blieb.




schattenkind


wenn die sonne den tag verlässt
leise in die dämmerung winkend
den aufgehenden mond begrüsst
dann habt gut acht

das schattenkind
es erwacht

noch zögernd und zaudernd
es strebt in die nacht
den tag vergessend
leise es lacht

das schattenkind
es erwacht

aus lachen wird weinen
einsam die nacht
wieder und wieder
mit tränen im gesicht

das schattenkind
es sucht doch nur Licht…




 

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